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Kloster Hornbach

Wappen Hornbach

Das Kloster Hornbach wurde im Jahr 742 im damaligen Ort »Gamundias« (heute Stadt Hornbach) vom heiligen Pirminius (* um 670; † 3. November 753 im Kloster Hornbach)  gegründet. 

Seiner Klostergründung gab er, wie anderen Klostergründungen auch, die Benediktinerregel des heiligen Benedikt von Nursia. Bischof Chrodegang von Metz (* um 715 in Hasbania, dem heutigen Haspengau in der belgischen Provinz Limburg, † 6. März 766 in Metz) war ab 742 neben Bischof von Metz gleichzeitig auch Erzbischof von Austrasien. Chrodegang bewilligte die Errichtung und Graf Warnharius, der aus dem Haus der Widonen-Lambertiner stammte, finanzierte den Bau. 

Die Guidonen (auch Widonen, oder Lambertiner) waren eine adlige, ursprünglich fränkische Familie, die von der Mitte bis zum Ende des 9. Jahrhunderts das langobardische Herzogtum Spoleto in Italien beherrschten. Aufgrund ihrer erheirateten Verwandtschaft mit den Karolingern und der Macht, die sie über die Stadt Rom und den Papst hatten, erlangten sie 889 durch Guido II. von Spoletto (* 855, † November 894) den Titel eines Königs von Italien. Das Herzogtum Spoleto überließ er daraufhin seinem Großneffen Guido IV. In der sich anbahnenden Auseinandersetzung mit Arnulf von Kärnten um die Kaiserkrone gewann Guido II. vorerst und ließ sich am 21. Februar 891 in Rom von Papst Stephan V. zum Kaiser krönen. Bei dem Kloster Hornbach handelt es sich um das »reichste und angesehenste Klosters des Mittelalters zwischen Speyer und Metz«


 Der Heilige Pirminius

Der Wirkungsbereich Pirmins erstreckte sich hauptsächlich über den Bereich des heutigen Elsass und Baden. Pirminius gilt als Vorläufer des Reformabtes Benedikt von Aniane (* vor 750 in Südfrankreich, Taufname: Witiza; †11. Februar 821 in Kornelimünster bei Aachen), welcher im Jahr 817 alle Klöster des fränkischen Reiches der benediktinischen Observanz (Befolgung der eingeführten Regel) unterstellte. Benedikt von Aniane war Abt in dem pirminisch geprägten Marmoutier (Maursmünster) gewesen.

Bereits Ende des 8. Jahrhunderts (also schon relativ früh nach seinem Tode) wurde Pirminius in einer Metzer Handschrift als »heilig« bezeichnet: »Monasterium, quod est in honorem sanctae Mariae et sancti Petri atque sancti Pirmini« (das Kloster, das zu Ehren von St. Pirmin, St. Maria und die Heiligen Petrus ist).

Ursprünglich war das Kloster allein dem heiligen Petrus gewidmet.  Bereits 827 - im Zuge der zunehmenden Verehrung Pirmins als Heiligem - wurde Pirmin neben Petrus als Schutzheiliger des Klosters Hornbach genannt. 

Und bereits Anfang des 9. Jahrhunderts ist das Fest des heiligen Pirminius bekannt. Sein evangelischer, römisch-katholischer und orthodoxer Gedenktag ist sein Todestag, der 3. November. Heute noch wird Pirminius in den Bistümern Speyer, Chur und Strasbourg (Straßburg) verehrt.

Auf einem im Jahre 1300 gestochenen Konventsiegel ist Pirminius vor der Klosterkirche knieend und Petrus als hinter der Kirche stehend abgebildet.

Hornbach, am Rande des »Biosphärenreservates Bliesgau«, gehörte bei seiner Gründung zum Bistum Metz, heute zum Bistum Speyer.

               

Geschichte

Abtswappen Kloster Hornbach

Der Ort »Gamundias« besaß eine keltische und später römische Besiedlung mit jeweils einem Bergheiligtum auf dem Gelände, das später mit dem Kloster überbaut wurde. Vorwiegend römische Münzfunde belegen eine Nutzung ab 496 v. Chr.

740/741 kam Pirmin nach Gamundias (dem heutigen Hornbach). Dort stiftete, wie schon oben angeführt, Graf Warnharius aus dem Geschlecht der Widonen (Vorfahren der Salier) den Bau eines Benediktinerklosters. Sigibald († 741 im Kloster St. Nabor, heute Saint-Avold) war von etwa 716 bis zu seinem Tod Bischof von Metz und Vorgänger von Bischof Chrodegang) unterschrieb auf der Stiftungsurkunde und bestätigte das Kloster. Als Eigenkloster der Salier besaß Kloster Hornbach weitreichende Privilegien.

Pirmin gründete in Hornbach 742 sein letztes Kloster. Elf Jahre später, am 3. November 753,  starb er in Hornbach und wurde im Kloster begraben. Über 800 Jahre lang ruhten seine Gebeine dort. 

Als man das Kloster Hornbach im Verlauf der Reformation aufhob, rettete der letzte Hornbacher Abt, Graf Anton von Salm (* um 1530; † vor 1564), St. Pirmins Gebeine 1558 nach Speyer. Von Speyer aus  verbrachte man die Gebeine Pirmius' im Jahr 1575 auf Geheiß des ehemaligen Präsidenten des Reichskammergerichtes in Speyer und kaiserlicher Statthalter von Tirol, Graf Schweikhard von Helfenstein (* 26. Juni 1539 auf Schloss Neufra, heute zu Riedlingen; † 23. Oktober 1599 in Landsberg am Lech), in dessen Residenz nach Innsbruck. Hier befinden sie sich heute in einem modernen Schrein der Innsbrucker Jesuitenkirche. 

Nach der Wiederentdeckung des Hornbacher Grabes im Jahr 1953 wurde ein Teil der Reliquien zurückgegeben. Sie werden heute in Hornbach, Speyer und Pirmasens aufbewahrt.

Die Hornbacher Abtei erlebte nach Pirminius Tod eine Blüte und wuchs rasch zum religiösen, geistigen und kulturellen Zentrum der Region. Erst die Reformation führte zur Auflösung des Benediktinerklosters.

Mit dem Aufkommen seines Verehrungskultes stieg die Bedeutung des Ortes, was sich auch an mehreren Um- und Erweiterungsbauten, sowie an zahlreichen Dokumenten, welche eine Abgabenzahlung an das Kloster nennen, belegen lässt.

 Um 850 unterstand ihm das Stift Zell bei Worms, in dessen Umkreis es auch mehrere Eigenkirchen und Liegenschaften besaß. 

      

Das Fabianstift 

Konventsgebäude, Gerd Eichmann CC BY-SA 4.0

Wie andere bedeutende Benediktinerklöster auch, errichtete das Kloster Hornbach (vermutlich Mitte bis Ende des 10. Jahrhunderts) am Ort der Abtei ein Stift, das dem heiligen Fabian (* vor 200 in Rom; † 20. Januar 250 ebenda), gewidmet war. Fabian, bzw. Fabianus, nach einer anderen Quelle Flavius, war Bischof und Märtyrer. Er wurde im Januar 236 zum Bischof von Rom gewählt und am 10. Januar 236 inthronisiert. Im Kloster Hornbach sollen, wie 865 bezeugt, Reliquien Fabians ruhen, der als Papst und Märtyrer des 3. Jahrhunderts gilt. Ein Teil der Reliquien, darunter auch das Haupt des heiligen Fabian, stehen auf dem Hauptaltar im Dom zu Fulda.

Das Fabianstift in Hornbach unterstand völlig dem Kloster. So entschied allein der Abt über die geistlichen, wie über die weltlichen Angelegenheiten des Stiftes. Das Vermögen wird in das Pfründen- und Präsenzvermögen unterteilt. Zum Pfründenvermögen zählen alle Besitzungen und Rechte in den Bistümern Speyer, Worms und Mainz. 

Dies sind vor allem Besitzungen im Umkreis um Hornbach, aber auch ein Stiftshaus an der Frauenpforte in Landau. Wegen der ständigen Überwachung durch das Kloster kam es nie zur Eigenständigkeit des Stifts.

Grenzstein bei Oberwürzbach

1087 schenkte Kaiser Heinrich IV. (* 11. November 1050 vermutlich in Goslar; † 7. August 1106 in Lüttich, aus der Familie der Salier) das Kloster Hornbach dem Speyerer Bischof Rüdiger Huzmann. Im 11. Jahrhundert entstand eine monumentale, 72 Meter in der Länge messende Pfeilerbasilika, die neben den zwei Apsiden fünf Türme und einen Westbau aufwies.

Kaiser Heinrich V. (der Sohn Kaiser Heinrich des IV.) verlieh dem Kloster das Münzrecht, das bis etwa 1230 ausgeübt wurde.

Im 12. Jahrhundert wurde der Klosterbau erneuert. Das Kloster gab wichtige Impulse für die Entwicklung in Oberlothringen. Dies ist in zahlreichen Dorf- und Hofgründungen durch die Mönche dokumentiert ist. 

Hornbacher Sakrementar

Durch eine Klosterreform erhält das Kloster dann 1179 eine Vogtei, welche den Grafen und späteren Herzögen von Zweibrücken gehörte. Als das Kloster unter den Einfluss der Grafen von Zweibrücken geriet, begann der Niedergang. 

In diese Zeit fallen auch der Verkäufe von Orten und Besitzrechten. Im benachbarten Würzbachtal zum Beispiel liegen die Dörfer Oberwürzbach und Niederwürzbach. Im Jahr 1181 wird Oberwürzbach (wie auch Niederwürzbach) erstmals urkundlich erwähnt, und zwar durch eine Urkunde, die belegt, dass Abt Konrad von Hornbach die Besitzrechte in »Wercebach« an das Kloster Wadgassen veräußert.

1548 lebten im Kloster Hornbach nur noch drei Mönche und 1557 wurde das Kloster Hornbach – im Zuge der Reformation – endgültig aufgehoben. Das Klostervermögen, die laufenden Einkünfte und die Klostergebäude wurden zur Errichtung einer fürstlichen Landesschule benutzt, welche für die Ausbildung des in Pfalz-Zweibrücken benötigten Nachwuchses an Pfarrern und höheren Beamten zuständig war bzw. auf das Studium an einer Universität vorbereiten sollte. 

1631 wurde die Schule nach Zweibrücken verlegt. Danach verfiel das ungenutzte Gebäude zusehends. Auch Kriege führten zu weiterer Zerstörung; so schleiften im holländischen Krieg französische Truppen den Vierungsturm der Basilika.


Heutige Bedeutung

In der Zentralbibliothek Solothurn befindet sich das sogenannte »Hornbacher Sakramentar«, ein Codex des 10. Jahrhunderts, gefertigt von dem Hornbacher Schreibermönch Eburnant im Auftrag seines Abtes Adalbert von Hornbach ca. 970 bis 990).  

Heute existieren vom Kloster Hornbach nur noch bauliche Reste der Konventsgebäude, die durch ein Klostermuseum ergänzt wurden. Bis zum Jahr 2000 wurde der Großteil der erhaltenen Klosterreste in eine ansehliche Hotelanlage integriert und im Keller des Gebäudes ein Klostermuseum »Historama Kloster Hornbach« eingerichtet, welches die Geschichte des Klosters vermittelt.

Grab Piminius, Foto: Gerd Eichmann CC BY-SA 4.0

Die protestantische Landeskirche der Pfalz, in deren Besitz sich der ehemalige Klosterbezirk befindet, ließ über dem historischen Grab 1957 eine Kapelle errichten, und es ist heute wieder eine Pilgerstätte. 

Nach einer umfangreichen Restaurierung wird das Fabianstift heute als Kapelle von beiden Kirchengemeinden für Trauungen, Taufen, ökumenische Veranstaltungen wie Jugendgottesdienste, Kreuzwege, Wege-Treffen (Jakobsweg) etc. verwendet. 

Zu dem leeren Grab führen einige Stufen hinunter, die vor einem profilierten Sandsteinrahmen am Fußende der Grabnische enden. Es handelt sich um eine Fensteröffnung, durch welche die Pilger den Schrein des Heiligen berühren konnten. Die Grabstätte gilt als ältestes bekanntes Zeugnis kirchlicher Baukunst in der Pfalz.            


Quellen: klosterstadt-hornbach.de, bv-pfalz.de, westpfalz.de, evk-hornbach.de, wikipedia.org