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Das Dominikanerkloster in Trier  

ehem. Dominikanerkloster, Modell im Stadtmuseum Simeonstift Trier

Das ehemalige Dominikanerkloster, einst hinter dem Dom in Trier gelegen, wurde vermutlich zwischen 1223 und 1228 gegründet. In der damaligen Zeit war es nach den Dominikanerklöstern von Straßburg und Köln zeitweilig das bedeutendste Dominikanerkloster im elsässischen und rheinischen Raum.

Das Kloster lag in dem Gelände zwischen der heutigen Dominikaner-, Wind-, Prediger-, Sichel- und Deworastraße, auf dem sich heute das Max-Planck-Gymnasium befindet. Heute erinnert an seinem ursprünglichen Ort nur noch der Straßenname der »Dominikanerstraße« an die Trierer Ordensgemeinschaft.

In der Stadtgeschichte von Trier spielte der Konvent eine bedeutende Rolle.

Nachdem das Kloster unter Napoleon aufgelöst worden war, wurde das Gebäude bis 1900 vollständig abgebrochen. Teile der Ausstattung wurden in andere Kirchen gebracht und sind heute noch erhalten.


Das Kloster bis zur Auflösung 1802

 

Dominikus

Überlieferungen nach sollen die Dominikaner die ersten Bettelmönche (Mendikanten) in Trier gewesen sein, welche sich in Trier niedergelassen haben. Der Zeitraum ist aber nicht genau bekannt. In einer Urkunde wurde das Dominikanerkloster jedenfalls erstmals 1235 erwähnt. Andere Quellen lassen vermuten, dass die Mönche bereits in den Jahren 1222 oder 1223 nach Trier kamen.

Die »Gesta Treverorum«, eine ab den letzten Jahren des 11. Jhdt.  entstandene Aufzeichnung über die Geschichte Triers und der Kirche  datieren ihre Ankunft auf die erste Hälfte der 20er Jahre des 13. Jahrhunderts. Es ist niedergeschrieben, die Mönche hätten sich nach dem Tode des Domherren und Kanonikers Ernestus (Hernestus, † frühestens 1228) an der Stelle seiner Domkurie niedergelassen. Diese soll ihnen testamentarisch vermacht worden sein.

Legt man das Todesdatum des Domherren zu Grunde, würden demnach die Dominikaner ihre endgültige Bleibe frühestens 1228 bezogen haben.

Als erster Prior des Klosters ist ein Ordensmitglied namens ›Konrad von Straßburg‹ überliefert. Schon geraume Zeit danach ist von der Errichtung des Klosters bekannt, dessen vier Flügel einen rechteckigen Innenhof umschlossen. Ein gewölbter Kreuzgang war möglicherweise von Teilen der Klostergebäude überbaut.

Das Kloster wuchs schnell an und war 1236 bereits das viertgrößte Dominikanerkloster (nach dem flämischen Gent, Magdeburg und Straßburg).

Am 26. September 1238 sprach Papst Gregor IX. dem Trierer Konvent die ›cura monialium‹ (Seelsorge für Nonnen) über das Frauenkloster auf dem Martinsberg, dem heutigen Petrisberg, zu.

Vermutlich 1240 war der Chor einer 60 Meter langen Klosterkirche fertiggestellt. Das Gotteshaus stand im Süden des Kreuzganges (an der Kreuzung der heutigen Dominikaner- und Windstraße) und hatte einen polygonalen, gewölbten Kirchenchor. Ebenfalls im Jahr 1240 wurden im Trierer Kaiserpalast die sterblichen Überreste des heiligen Theodulphus gefunden, welche als Reliquie dem Dominikanerkloster übergeben.

Später stellten Trierer Brüder mehrfach Urkunden für das Dominikanerinnenkloster Marienthal in Luxemburg aus, welches damals zum Trierer Amtsbezirk (Sprengel) zählte.

Dreimal – 1240, 1266 und 1289 – fanden im 13. Jahrhundert die jährlich abgehaltenen Generalkapitel des Ordens in Trier statt. Normalerweise wurden die Generalkapitel nur in den bedeutenden Klöstern Straßburg und Köln abgehalten. 

Stuhl vermutlich ur-sprünglich aus dem 1794 aufgelösten Trierer Dominikanerkloster, heute Stadtmuseum Simeonstift, Trier

Zum Generalkapitel von 1289 ist in den Annalen von Colmar (Elsass) überliefert: »Siebenhundert Brüder sollen mit dreihundert Knechten damals nach Trier gekommen sein, und der König von England gab diesen drei Tage lang reichlichen Unterhalt. Auch spendete er ihrer Dienerschaft [vermutlich: den Laienbrüdern] mehr als 400 Mark.«

Fünfmal – bereits 1236 sowie 1248, 1249, 1266 und 1289 – richtete der Trierer Konvent in dieser Zeit die Provinzialkapitel aus, die höchste Anzahl unter den Klöstern der »Ordensprovinz Teutonia«.

Im Vergleich zu anderen Dominikanerklöstern kam es (zumindest in seinen frühen Jahren) zwischen dem Trierer Konvent zu keinen nennenswerten Streitigkeiten mit anderen Orden oder dem Klerus der Stadt Trier. Ursache könnte gewesen sein, dass die Trierer Dominikaner nur wenig Vermögen verfügten.

Um die Mitte des 15. Jahrhunderts wurde das dreischiffige Langhaus der Klosterkirche mit einem Gewölbe versehen. Die Gebeine des Theodolphus, welche vorher im Kirchenchor beigesetzt waren, wurden in einer eigenen Theodulphus-Kapelle der Klosterkirche untergebracht.

Bei der Trierer Universitätsgründung stellte das Dominikanerkloster, ebenso wie das Franziskanerkloster, jeweils einen der Professoren. Nur das Karmeliterkloster stellte zwei Professoren. In späteren Jahren wohnten auch Dozenten und Studenten im Dominikanerkloster.

1561 wurde in der Klosterkirche der Dominikaner Ambrosius Pelargus (* 1493/94; † 1561) beigesetzt. Der Theologe und Humanist hatte seit etwa 1539 in Trier gelebt und gelehrt.

Kirche St. Antonius, Trier; ehem. Kanzel aus dem Dominikanerkloster Trier

1610 brach in der Bibliothek ein Feuer aus.  Dabei ging der Großteil des Klosters in Flammen auf. Erst ab 1715 wurde das Kloster neu aufgebaut. Dabei wurden die Reste der Gebäude als Baumaterial wiederverwendet.

Der Chor der Klosterkirche wurde 1753 neu errichtet. 1762 wurde eine Rokokokanzel geschaffen,möglicherweise aus der Werkstatt des Ferdinand Tietz. Die Kanzel befindet sich heute in der Trierer Pfarrkirche St. Antonius in Trier-Mitte. 

                      

Auflösung und heutiger Zustand

Während der Französischen Revolution hoben im Jahr 1794 die französischen Besatzer das Dominikanerkloster auf und wiesen die Dominikaner aus Trier aus. 

1801 wurde das Kloster zu einem Männergefängnis umgebaut.  1812 rissen die Franzosen die Klosterkirche und den Südflügel des Klosters ab. Teile der Ausstattung »wanderten« in anderen Kirchen: Das Ostgestühl, welches später ungeklärt verloren ging, und der Theodulphaltar wurden in die Liebfrauenkirche gebracht. Die Rokokokanzel wurde in St. Antonius aufgestellt. Andere Einrichtung soll bis nach Illingen im Saarland gebracht worden sein. Architekturbruchstücke sollen noch in der Ostapsis der Porta Nigra erhalten sein.     

Um 1900 wurden die verbliebenen Gebäude abgerissen. Nur einige Fundamente blieben erhalten. Auf Teilen des Geländes wurden Gebäude für das Trierer Max-Planck-Gymnasium errichtet.


Quellen: wikipedia.org; eckhart.de; geschichtsquellen.de